Die Streifenmultiplizität ist wiederum definiert als die Anzahl nebeneinanderliegender Anodenstreifen, deren Signal größer als eine festgelegte Schwelle ist. Damit ist die Streifenmultiplizität zunächst eine Funktion der Schwelle. Mit der obigen Beziehung zwischen Effizienz und Schwelle erhält man die Streifenmultiplizität als Funktion der Effizienz des Detektors.
Bei einem Betrieb im Magnetfeld erhöht sich die
Streifenmultiplizität durch
die Ablenkung der driftenden Elektronen auf ihrem Weg zu den
Anodenstreifen. Abbildung 4.14 zeigt die Abhängigkeit der
Streifenmultiplizität von der Effizienz als Beispiel für
die angegebenen Betriebsparameter. Aufgeführt sind hier die
Streifenmultiplizitäten bei einem Betrieb ohne Magnetfeld (``ohne Magnetfeld
''),
mit Magnetfeld, aber ohne Kompensation durch Drehung des
Detektors (``mit Magnetfeld
''), und bei Drehung des Detektors
um den gemessenen Lorentzwinkel (``mit Magnetfeld
, Lorentzwinkel kompensiert'').
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Durch Drehung des Detektors um den Winkel
läßt
sich die Verbreiterung des Signals nahezu vollständig kompensieren. Eine
solche Kompensation ist jedoch
bei HERA-B nicht vorgesehen.
Das Meßziel ist hier der Nachweis einer Asymmetrie bei
- und
-Zerfällen. Da
die Identifikation des zerfallenen
-Mesons über die Ladungsvorzeichen
von Leptonen aus dem Zerfall des assoziierten B-Mesons im Tagging-Pfad erfolgt, ist
die Messung abhängig von der Ablenkung im Magnetfeld. Durch Umpolen des
HERA-B-Magneten muß sichergestellt werden, daß es keine
Detektorasymmetrie gibt. Dann jedoch würden die gedrehten GEM-MSGC Detektoren
falsch orientiert sein. Für den vorgesehenen Betrieb bei HERA-B sind
also die Meßwerte ohne Magnetfeld
und mit Magnetfeld bei nicht gedrehtem Detektor von Interesse.
Eine Zusammenfassung dieser Streifenmultiplizitäten bei
Effizienzen von 95 % und 98 % in Ar/DME (50/50) und Ar/DME (80/20) sind
in Tabelle 4.3 und 4.4 aufgeführt.
Es läßt sich festhalten, daß bei einem Betrieb mit Ar/DEM (50/50)
die Erhöhung der Streifenmultiplizität
durch das Magnetfeld im Hinblick auf den Betrieb bei HERA-B tolerabel ist.
Die Streifenmultiplizität bei einem Betrieb mit Ar/DME (80/20) ist
jedoch schon ohne Magnetfeld sehr hoch.