Durchfliegt ein geladenes Teilchen das Zählgas der MSGC, so
erzeugt es längs seiner Flugbahn durch Ionisation Elektronen.
Aufgrund des angelegten elektrischen Driftfeldes
driften
die Elektronen in Richtung des MSGC-Substrats. Die
Driftgeschwindigkeit
ist dabei abhängig von der
Zählgasmischung und der elektrischen Feldstärke.
Abbildung 4.9 zeigt den senkrechten Durchgang eines Teilchens und die erzeugten Elektronen längs der Flugbahn. Der Bereich des Substrats, auf den die Elektronen treffen, ist die Projektion der Spur des ursprünglichen Teilchendurchgangs, die nur durch Diffusion der Elektronen während des Driftens verbreitert ist.
Wird die MSGC in einem Magnetfeld betrieben, das senkrecht zum
elektrischen Driftfeld verläuft, so wirkt auf die driftenden
Elektronen die Lorentzkraft, die senkrecht zur Driftbewegung
angreift und die driftenden Elektronen um den Lorentzwinkel
gegenüber der Richtung des elektrischen Feldes
ablenkt.
Wie in der linken Zeichnung von Abbildung 4.10 zu sehen ist,
driften die Elektronen nicht senkrecht auf das MSGC-Substrat
zu, sondern unter dem Winkel
. Dadurch wird der
Bereich vergrößert, in dem Elektronen auf dem Substrat ankommen. Es
werden also mehr Anodenstreifen ein Signal
registrieren, und die Streifenmultiplizität wird sich
erhöhen. Unter der Streifenmultiplizität versteht man die
Anzahl nebeneinanderliegender Anodenstreifen, die bei einem
Ereignis ein Signal registrieren.
Dreht man aber den Detektor insgesamt um den Winkel
, wie dies in der rechten Zeichnung in
Abbildung 4.10 dargestellt ist, so läßt sich diese
Verbreiterung komplett kompensieren, da dann wieder die Driftrichtung
parallel zur Flugbahn des durch den
Detektor fliegenden Teilchens ist. Auf diesem Prinzip basiert die Messung des Lorentzwinkels im
Magnetfeld, die bei den Untersuchungen im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurden.
Die GEM-MSGC wird gegenüber dem Teilchenstrahl
solange gedreht, bis beim Drehwinkel
die
Streifenmultiplizität minimal ist. Bei den Messungen konnte dadurch nahezu wieder
die Streifenmultiplizität
erreicht werden, die bei einem Betrieb ohne Magnetfeld
gemessen wurde.
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