Die GEM-Folie ist eine beidseitig metallisierte Polyimidfolie,
in die mittels eines photolithographischen Verfahrens eine
regelmäßige Lochgeometrie geätzt ist. Ausgangsmaterial für
die Produktion ist eine 50
m dicke Kaptonfolie, die
beidseitig mit 15
m Kupfer beschichtet ist.
Im ersten Schritt wird die Lochstruktur in beide Kupferflächen der Folie geätzt. Hierfür kommt es auf eine exakte Ausrichtung der beiden Masken für Ober- und Unterseite an, damit später die Löcher im Kapton gerade und nicht schräg durch die Folie verlaufen. Als Maske für das Kaptonätzen dient nämlich die Lochstruktur im Kupfer, wobei hier mit der speziellen Ätzlösung Ethylendiamin gearbeitet wird, die nur das Kapton ätzt. Das Kapton wird von beiden Seiten geätzt, so daß eine doppelt-konische Lochform entsteht (siehe Abbildung 4.5).
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Durch das Ätzen nach der oben beschriebenen Prozedur beginnt
das Kaptonloch direkt am Rand des Kupferloches (siehe
Abbildung 4.5 links). Dabei kann es
jedoch vorkommen, daß kleine Kupferspitzen in das Loch
hineinragen. Dies führte in einigen Fällen zu einer
verminderten Spannungsfestigkeit und so zu instabileren
Betriebseigenschaften aufgrund von Überschlägen zwischen
den Kupferschichten der Ober- und Unterseite. Dies wird durch
ein zweites Ätzen des Kupfers verhindert
( double copper etching). Dadurch wird erreicht, daß der
Kupferrand weiter vom Kaptonloch entfernt ist. Zusätzlich
wird insgesamt die Dicke der Kupferschicht von ursprünglich 15
m auf
ungefähr 7
m reduziert und so die Strahlungslänge der
Folie verringert. Dieses Verfahren wurde von F. Sauli und den Mitarbeitern
der galvanischen Werkstatt vom CERN erarbeitet.
Eine systematische Vermessung der Löcher hat gezeigt, daß die Durchmesser innerhalb einer Folie bis zu 10 % variieren können.
Die GEM-Verstärkung ist bei fester Spannung zwischen GEM-Ober- und
Unterseite im wesentlichen eine Funktion der
Lochgeometrie und dabei umgekehrt proportional zur Lochgröße
des Kaptonloches (siehe Abschnitt 4.4.3).
Ein Einfluß der Lochanordnung (in Reihen oder versetzt) oder der Lochstruktur (rund oder quadratisch) (siehe
Abbildung 4.6) auf
die GEM-Verstärkung konnte im Rahmen dieser Arbeit nicht
festgestellt werden.
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