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Die Anwendung der CP-Operation auf eine Quarkumwandlung durch
die Schwache Wechselwirkung ist gleichbedeutend mit dem
Übergang des Matrixelements
in sein komplex-konjugiertes
. Wenn also die Schwache Wechselwirkung
invariant unter der CP-Transformation wäre, dann müßte die
CKM-Matrix reell sein.
Ist an einem Prozeß der Schwachen Wechselwirkung jedoch nur
ein einziges Matrixelement
beteiligt, so tritt
keine CP-Verletzung auf. Die Übergangswahrscheinlichkeit ist
dann nämlich proportional zu
und damit
reell, da Quadrate immer reell sind. Nur durch die
Überlagerung von zwei Amplituden kommt es zu CP-verletzenden
Termen.
Darauf beruht die Messung der CP-Verletzung im System der
neutralen B-Mesonen. Beobachtet wird dabei der Zerfall eines
-Mesons (
) in
ein
-Meson (
) und ein
-Meson
(
).
Dabei führen der direkte Zerfall
und der Zerfall über eine vorausgegangene
-
-Mischung
jeweils in den gleichen CP-Eigenzustand (Abbildung 1.3).
Da jedoch nicht unterschieden werden kann, ob der Endzustand
direkt oder über eine
-
-Mischung erreicht
wurde, interferieren diese beiden Reaktionszweige miteinander.
Erst durch diese Interferenz, bei der sich die beiden
Amplituden überlagern, kommt es zu einer beobachtbaren CP-Verletzung.
Abbildung:
Die Interferenz zwischen dem direkten Zerfall (oberer Zweig) und
dem Zerfall nach einer vorangegangenen
-Umwandlung (unterer
Zweig) erlaubt die Messung der CP-Verletzung. Die
-Umwandlung
wird dominiert durch den Austausch von top-Quarks.
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Dieser Zerfall wird auch als der ``goldene B-Zerfall'' bezeichnet,
denn er besitzt drei wesentliche Eigenschaften:
- Der Endzustand
ist ein CP-Eigenzustand.
- Dieser Zerfall hängt direkt mit den fundamentalen
Parametern der Schwachen Wechselwirkung zusammen, und es treten
keine komplizierten Korrekturen und keine hadronischen
Amplituden auf, die nur ungenau bekannt sind.
- Durch den Zerfall des
-Mesons in ein Leptonpaar
(
) und des
-Mesons in ein
-Paar besitzt der Endzustand eine charakteristische
Signatur im Detektor (Abbildung 1.4).
Abbildung 1.4:
Der ``goldene'' B-Zerfall
.
In einer pN-Kollision erzeugt das Proton am Drahttarget in seltenen Fällen ein Paar
von B-Mesonen. Im ``Signal-Pfad'' zerfällt das
-Meson in ein
und
ein
. Eingezeichnet sind die weiteren Zerfallsprodukte und die Energien der Teilchen. Im ``Tagging-Pfad'' wird das mit dem neutralen B-Meson gleichzeitig entstandene geladene B-Meson über Leptonen und K-Mesonen identifiziert.
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Malte Hildebrandt
2001-06-11