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Die Messungen der Lichtausbeute im Labor gaben klar den Anlaß
zu der Hoffnung, daß ein Faserdetektor bei HERA-B auch nach
Lichtverlusten von 55 % durch Strahlenschäden an
szintillierenden und klaren Fasern genügend Licht liefert, um
eine ausreichende Effizienz auch nach einer Betriebszeit
von 3 Jahren zu gewährleisten.
Die Tests im Labor ließen aber auch mehrere Fragen unbeantwortet:
- Sind die durch die Bestrahlung bei der BASF verursachten
Strahlenschäden eine realistische Simulation der im Betrieb
bei HERA-B auftretenden Schäden?
Die Testdetektoren und Lichtleiter wurden mit einer
Dosisleistung von typisch 50 krad/h bestrahlt. Es kann nicht
ausgeschlossen werden, daß Strahlenschäden beim Betrieb in
HERA-B, wo eine Dosisleistung von 0,4 krad/h erwartet wird,
grundsätzlich anders aussehen. Diese Frage kann jedoch nur
bei einem tatsächlichen Langzeitbetrieb bei HERA-B
beantwortet werden.
- Wie groß ist die Lichtausbeute für einen Detektor mit
``HERA-B-Geometrie'' im Betrieb mit hochenergetischen Teilchen?
Skaliert man für die beste Kombination aus
szintillierenden und klaren Fasern die Zahl der gemessenen
Photoelektronen mit dem Verhältnis des szintillierenden
Materials pro Auslesestraße in beiden Geometrien, so erwartet
man bei sieben Fasern 14 Photoelektronen für unbestrahlte
Fasern. Legt man die durchgeführten Alterungsmessungen
zugrunde, so reduziert sich diese Zahl nach drei Jahren
Betrieb auf immerhin noch 5,5 Photoelektronen. Diese Zahlen
stellen jedoch eine optimistische Abschätzung dar, denn durch
die Vielfachstreuung des niederenergetischen Elektrons der Sr-Quelle ist
der effektive Weg innerhalb der szintillierenden
Fasern größer als bei einem hochenergetischen Teilchen.
- Wie groß sind die Signale, die durch Cerenkovlicht in
den klaren Fasern erzeugt werden, und wie häufig treten diese auf?
Die bis zu 3 m langen klaren Fasern, die das
Szintillationslicht von den Detektormodulen zu den
Photomultipliern leiten, überdecken den
Akzeptanzbereich des Äußeren Spurkammersystems, in dem
immer noch eine hohe Teilchenflußdichte herrscht. Das in den
klaren Fasern erzeugte Cerenkovlicht, dessen Öffnungswinkel
innerhalb des Akzeptanzbereichs für den Lichteinfang in der
klaren Faser liegt, wird zum Photomultiplier geleitet und dort
als Signal registriert. Um bei häufig auftretenden Signalen
dieser Art dadurch ``vorgetäuschte'' Teilchendurchgänge zu
unterdrücken, müssen durch eine angepaßte Schwelle diese
Signale abgeschnitten werden. Da dadurch natürlich auch
Signale aus ``echten'' Teilchendurchgängen abgeschnitten
werden, sinkt die Effizienz des Detektors.
Die Beantwortung der letzten beiden Punkte stand im
Vordergrund eines Tests bei HERA-B.
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Malte Hildebrandt
2001-06-11