Wenn man die Unitaritätsbeziehung aus Gleichung (1.3) auf die erste und dritte Spalte der CKM-Matrix anwendet, erhält man folgende Beziehung:
Es gilt in guter Näherung
,
und
,
und damit folgt aus Gleichung (1.5):
Diese Gleichung läßt sich geometrisch in der komplexen
(
)-Ebene als sogenanntes Unitaritätsdreieck
darstellen (Abbildung 1.1). In der hier gewählten
Darstellung wurden die Längen mit dem Faktor
skaliert, damit die beiden unteren
Ecken des Dreiecks an den Punkten (0, 0) und (1, 0) liegen.
CP-Verletzung ist im Standardmodell nur dann möglich, wenn
und damit die Fläche des Unitaritätsdreiecks
ungleich Null ist. Für die CKM-Matrix bedeutet dies, daß in
der oben gewählten Parametrisierung die Amplituden
und
eine imaginäre Komponente haben.
Als Vorgriff auf den nächsten Abschnitt sei bereits hier
erwähnt, daß die Meßgröße bei HERA-B
ist.
Das Unitaritätsdreieck in Abbildung 1.1 zeigt, daß dann für
auch
sein muß.
Abbildung 1.2 zeigt die Position (
) der
Dreiecksspitze, wo sie aufgrund von neuen Messungen und Analysen erwartet wird [Par98].
Danach liegt der Wert bei
.
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Eine Analyse [OPA98] der OPAL-Kollaboration bei LEP am CERN (Genf) im
Januar 1998 ergab nach der Auswertung von 24 Ereignissen
.
Im September 1998 veröffentlichte die CDF-Kollaboration beim
Tevatron am Fermilab (Chicago) eine Messung [CDF98], die ungefähr
200 Ereignisse beinhaltet und den Wert
ergibt.
Im Februar 1999 folgte ein auf ungefähr 400 Ereignissen beruhendes
vorläufiges Resultat [CDF99] mit
.
Damit scheint aber zunächst fast nur die Aussage möglich,
daß
, wie man dies mathematisch im Standardmodell
auch erwarten würde.
Es bleibt damit HERA-B vorbehalten, den Wert von
genau zu messen, d. h. die Fehlergrenzen deutlich zu
verkleinern, so daß eine signifikante Aussage über CP-Verletzung im Standardmodell möglich ist.