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CKM-Matrix

Die Mischung der Quarks durch Abstrahlung von $ \rm W^\pm$-Bosonen wird beschrieben durch $ g \cdot V_{ik}$, wobei $ g$ die Kopplungskonstante der Schwachen Wechselwirkung ist und $ V_{ik}$ die Amplitude beschreibt, mit der sich ein Quark $ i$ in ein Quark $ k$ umwandelt.

Im Standardmodell werden die neun möglichen Kopplungen in der Cabibbo-Kobayashi-Maskawa-Mischungs-Matrix $ \rm V_{CKM}$ (CKM-Matrix) [Cab63], [Kob73] zusammengefaßt:

$\displaystyle V_{CKM} = \left( \begin{array}{c c c} V_{\rm ud} & V_{\rm us} & V...
...m cs} & V_{\rm cb} \\  V_{\rm td} & V_{\rm ts} & V_{\rm tb} \end{array} \right)$ (1.1)

Eine Forderung im Standardmodell besagt, daß die Mischungsmatrix $ \rm V_{CKM}$ unitär sein muß, das bedeutet:

$\displaystyle V_{\rm CKM}V_{\rm CKM}^{\dagger} = V_{\rm CKM}^{\dagger}V_{\rm CKM} = \mathbbm{1}$ (1.2)

wobei $ \rm V_{CKM}^{\dagger} $ die komplex konjugierte Matrix ist.
Für die einzelnen Elemente der Matrix gilt dann:

$\displaystyle \sum_{j} V_{ji} V^\ast_{jk} = \delta_{ik}.$ (1.3)

Durch die Unitaritätsbeziehung und die Unbeobachtbarkeit der Quarkphasen reduziert sich die Zahl der unabhängigen Parameter der CKM-Matrix auf 4. Diese können interpretiert werden als drei Mischungswinkel der drei Quarkgenerationen untereinander und einer komplexen Phase.

Diese Phase ist die einzige Möglichkeit, CP-Verletzung in natürlicher Weise in das Standardmodell einzubauen. Für diesen Fall einer komplexen CKM-Matrix sind die Kopplungen von Quarks und Antiquarks nicht gleich, und es werden sowohl eine Zustandsmischung als auch direkte CP-Verletzung vorausgesagt.

Mit den experimentell beobachteten kleinen Mischungswinkeln hat sich als Näherungsform der CKM-Matrix die Wolfenstein-Parametrisierung [Wol83] mit den vier reellen und unabhängigen Parametern $ \lambda, A, \rho$ und $ \eta $ durchgesetzt:

$\displaystyle V = \left( \begin{array}{c c c} 1-\frac{\lambda^2}{2} & \lambda &...
...^2 A \\  \lambda^3 A (1 - \rho - i \eta) & -\lambda^2 A & 1 \end{array} \right)$ (1.4)

mit $ \lambda = \sin \theta _{Cabibbo}$ = 0,22.

Die Wolfenstein-Parametrisierung ist eine Entwicklung in $ \rm\lambda$ bis zur Ordnung $ {\cal O}(\lambda^3)$ und zeigt deutlich die hierarchische Struktur der einzelnen Elemente. Da $ \rm\lambda$ klein ist, zeigt die Wolfenstein-Parametrisierung, daß die Diagonalelemente ungefähr 1 und die Nichtdiagonalelemente dagegen klein sind.

Da der Parameter $ \eta $ für die CP-Verletzung innerhalb des Standardmodells verantworlich ist, gilt im folgenden das Interesse der Bestimmung dieses Parameters.

Aus $ \left\vert \frac{\rm V_{ub}}{\rm V_{cb}} \right\vert = 0,08 \pm 0,15 ~~\cite{ReviewOfParticlePhysics98}$ und $ \lambda = {\rm sin}\theta_{Cabibbo} = 0,2205 \pm 0,0018~~\cite{ReviewOfParticlePhysics98}$ erhält man jedoch nur eine gemeinsame Beziehung für $ \rho $ und $ \eta $

$\displaystyle \sqrt{(\rho^2 + \eta^2)} = \left\vert \frac{\rm V_{ub}}{\rm V_{cb...
...vert \cdot \frac{1}{\lambda}~=~0,36 \pm 0,09~~\cite{Rosner97}, \cite{Stone96},
$

und leider ist eine Einzelbestimmung der beiden Parameter nur innerhalb sehr großer Fehler möglich.


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Malte Hildebrandt
2001-06-11