Das Konzept für einen Faser-Detektor basiert auf den ursprünglichen Planungen für einen MSGC-Detektor, denn die Anforderungen in bezug auf Auflösung, Effizienz und äußere Abmessungen sind vom Experiment und der physikalischen Fragestellung vorgegeben und haben sich nicht geändert.
Abbildung 2.1 zeigt die typische Geometrie für eine Detektorebene mit den Detektormodulen im Bereich um das Strahlrohr und der Anordnung der Lichtleiter und Photomultiplier. Der zentrale Bereich um das Strahlrohr wird von vier L-förmigen Detektormodulen aus szintillierenden Fasern abgedeckt. Aufgrund der großen Materialdicke der Photomultiplier können diese jedoch nicht im Akzeptanzbereich des Äußeren Spurkammersystems, sondern erst auf einem weiter außen liegenden Rahmen befestigt werden. Dadurch wird es notwendig, diese Distanz von bis zu 3 m mit Lichtleitern zu überbrücken.
Abbildung 3.4 zeigt den Aufbau eines
Detektormoduls, der gewählt wurde, um die Anforderungen an
das Innere Spurkammersystem zu erfüllen:
Der Detektor ist aufgebaut aus double cladded
szintillierenden Fasern mit einem äußeren Durchmesser von
480
m. Um eine ausreichende Lichtmenge zu erhalten, werden
jeweils 7 Fasern in Richtung des Teilchendurchgangs
hintereinander in einer Straße positioniert und zu einem
Auslesekanal zusammengefaßt (siehe Abbildung 3.5). Die Fasern
sind dabei mit einem
Wiederholabstand von 340
m so angeordnet, daß sich ein
gewisser Überlapp benachbarter Straßen ergibt. Damit wird erreicht, daß
alle Teilchen mit einem Winkel
100 mrad gegenüber der
Richtung der Straßenachse mindestens 2,5 mm szintillierendes
Material durchfliegen [Dre98a]. Ein Detektormodul hat mit
dieser Geometrie insgesamt 704 auszulesende Straßen.
Die 7 Fasern einer Straße werden zusammengefaßt und auf einen Lichtleiter gekoppelt. Diese Kopplung geschieht mit Hilfe von Plexiglassteckern, in die die Fasern eingeklebt sind.
Bei den klaren Fasern handelt es sich ebenfalls um double cladded Fasern, die einen äußeren Durchmesser von 1,7 mm und je nach Position der Photomultiplier Längen zwischen 1 und 3,5 m haben. Angeordnet in der dichtesten Kugelpackung ergeben die Durchmesser der szintillierenden Fasern eine Rosette, deren Umkreis einen Durchmesser von 1,44 mm hat (siehe Abbildung 3.6). Dieser Umkreis, der sogar noch das Double-Cladding der szintillierenden Fasern einschließt, paßt genau auf den Kern des Lichtleiters, der einen Durchmesser von 1,50 mm hat.
Zudem gewährleistet ein maximaler Lichtleiterdurchmesser von
1,7 mm die Kopplung auf einen (2
2)
großen Pixel der
PM-Photokathode mit weniger als 1 % Übersprechen auf den
Nachbarpixel [Dre98a]. Für die Auslese ist der 64-Kanal-Photomultiplier
R5900-M64 der Firma Hamamatsu [Ham97b] vorgesehen.
|
|
|