Als optischer Empfänger für das Szintillationslicht dient ein Photomultiplier (PM). Diese bieten die Möglichkeit hoher Verstärkung und schneller Signale. Der geringe Platz im Experiment läßt jedoch bei über 700 Kanälen pro Detektormodul den Einsatz von ``konventionellen'' Ein-Kanal-Photomultipliern nicht zu, sondern es müssen kompakte Multi-Kanal-Photomultiplier eingesetzt werden.
Die Firma Hamamatsu hat speziell für den Betrieb beim HERA-B-Experiment
einen 64-Kanal-PM (Hamamatsu R5900-M64 [Ham97b])
entwickelt, bei dem jede Kathode eine Fläche von nur
abdeckt. Dieser PM besitzt ein
Eintrittsfenster aus Borosilikatglas, auf dessen Innenseite
sich eine Bialkali-Photokathode befindet. In Abbildung 3.3
ist die Quanteneffizienz der
Photokathode in Abhängigkeit der Wellenlänge angegeben.
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Bei den Dynoden zur Elektronenvervielfachung handelt es sich
um eine neu entwickelte Metallkanal-Dynodenstruktur. Dabei
bilden hintereinanderliegende Metallplättchen einen linear
fokussierenden 12-stufigen Dynodenkanal, so daß die an der
Photokathode erzeugten Elektronen nur innerhalb eines Kanals
bis zu einem Faktor
vervielfacht werden. Dadurch bleibt
die wesentliche Information erhalten, an welcher
Photokathode die Photo-Elektronen entstanden sind.
Zu Beginn der Untersuchungen war die Segmentierung in 64
Kanäle noch in der Entwicklung und nur eine Version mit 16
Kanälen verfügbar [Ham97a]. Dieses Exemplar
unterscheidet sich nur durch die Fläche der Photokathode pro
Kanal (hier
) von der für HERA-B
vorgesehenen Version mit 64 Kanälen.
Die Kurve der Quanteneffizienz in Abbildung 3.3 spricht klar für die Verwendung von szintillierenden Fasern, die im blauen Wellenlängenbereich emittieren. Für die in Abschnitt 3.1.1 genannten szintillierender Fasern ergibt sich eine Nachweiswahrscheinlichkeit von nur 10 % für Kuraray 3HF (Emissionsmaximum 530 nm), dagegen aber von 20 % für Kuraray SCSF-78M (Emissionsmaximum 450 nm).
Dagegen steht die Erfahrung, daß szintillierende Fasern mit grünen Farbstoffen beständiger gegen Strahlenbelastung sind (siehe nächster Abschnitt), und so bei langen Betriebszeiten sich die geringere Nachweiswahrscheinlichkeit gegenüber blauen Farbstoffen eventuell wieder ausgleichen könnte.
Es war ein Ziel dieser Untersuchungen, die Eigenschaften der Fasern zu messen, um entscheiden zu können, welche szintillierende Faser in der Kombination mit dem genannten PM für den Langzeitbetrieb bei HERA-B besser geeignet ist.
Wie in Kapitel 2.1 erwähnt, wird ein Teil der Detektoren des Inneren Spurkammersystems in einem Magnetfeld betrieben, und in den Bereichen, in denen die Photomultiplier montiert werden, ist das Magnetfeld nicht vernachlässigbar. PMs sind empfindlich gegenüber Magnetfeldern, und darum ist eine Abschirmung notwendig. Es ist aber möglich, mit einer passiven Abschirmung einen uneingeschränkten Betrieb der PMs zu erreichen [Hau97].