Organische Szintillatoren sind meist Mischungen aus drei
Komponenten: Durch den Energieverlust eines geladenen
Teilchens beim Durchfliegen des
Szintillators wird ein primärer Fluoreszenzstoff angeregt.
Beim Zerfall dieser angeregten Zustände wird ultraviolettes
Licht emittiert. Die Absorptionslänge dieses UV-Lichtes beträgt
jedoch in den meisten durchsichtigen organischen Materialien
nur einige mm [Kle92]. Der primäre
Fluoreszenzstoff ist also für sein eigenes Licht nicht
transparent. Die Extraktion eines Lichtsignals gelingt nur
dadurch, daß ein zweiter fluoreszierender Stoff beigemischt
wird, der das primäre Fluoreszenzlicht absorbiert und Licht
geringerer Frequenz isotrop reemittiert. Man bezeichnet diese
zweite Komponente als ``Wellenlängen-Schieber''. Dieser zweite
Fluoreszenzstoff wird so ausgewählt, daß sein
Absorptionsspektrum maximal mit dem Emissionsspektrum des
ersten Fluoreszenzstoffes überlappt und der
Wellenlängenbereich seiner Emission an die Empfindlichkeit
der Photokathode angepaßt ist. Oft spielt auch die
Beständigkeit gegen Strahlenschäden eine Rolle bei der
Auswahl der Fluoreszenzstoffe.
Die beiden ``aktiven'' Komponenten des Szintillators werden mit
einer polymerisierenden Substanz vermischt, um die gewünschte
Geometrie dauerhaft zu erhalten.
In Abbildung 3.1 wird die
Wellenlängenverschiebung am Beispiel von Polystyrol als
primäres und PMP420
als sekundäres Fluoreszenzmaterial
verdeutlicht.
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Die im Rahmen dieser Arbeit untersuchten szintillierenden Fasern verschiedener Hersteller basieren alle auf Polystyrol (PS) als primärer Fluoreszenzkomponente. Das Maximum des Emissionsspektrums liegt je nach weiterer Zusammensetzung des Szintillators im grünen (z. B. Kuraray 3HF 530 nm) oder blauen (z. B. Kuraray SCSF-78M 450 nm) Wellenlängenbereich.