Im Labor konnte bereits im Frühjahr 1997 die prinzipielle Funktionalität dieser neuen GEM-MSGC bei niedrigen und hohen Raten gezeigt werden [Hot97],[Bre97].
Der zweite Teil dieser Arbeit (Kapitel 4) beschäftigt sich mit wesentlichen funktionalen Tests der GEM-MSGC. In einem Strahltest am Positron-Teststrahl T21 am DESY wurde das Betriebsverhalten der GEM-MSGC mit und ohne Magnetfeld untersucht. Dazu wurden für die Magnetfelder B = 0 und B = 0,85 T sowohl Effizienz und Streifenmultiplizität als auch Lorentzwinkel bei verschiedenen Detektorbetriebsparametern gemessen. Es konnte gezeigt werden, daß die GEM-MSGC ohne Einschränkung ihrer Funktionaliät im Magnetfeld eingesetzt werden kann. Die Erhöhung der Streifenmultiplizität von ungefähr 20 % durch den Lorentzwinkel bei der Drift der Elektronen ist für den Betrieb bei HERA-B tolerabel und könnte durch Drehung der Kammer vollständig kompensiert werden. Dies ist jedoch bei HERA-B nicht vorgesehen. Das Meßziel ist der Nachweis einer Asymmetrie von Zerfallszahlen, und so muß durch Umpolen des HERA-B-Magneten sichergestellt werden, daß es keine Detektorasymmetrie gibt. Dann jedoch würden die gedrehten GEM-MSGC Detektoren falsch orientiert sein.
Zum Test des Langzeitbetriebsverhaltens von GEM-MSGC-Detektoren
wurden intensive Alterungsmessungen mit Röntgenstrahlung
durchgeführt. Dabei wurde für verschiedene Elektroden- und
Baumaterialien sowie Klebstoffe getestet, ob sie zu Alterung
des Detektors führen. Es konnte erreicht werden, daß bis zu
akkumulierten Ladungen von 16 mC/cm (
3,5 HERA-B
Jahre) nahezu keine Alterung an der MSGC auftritt. Leichte
Variationen der GEM-Verstärkung, vermutlich durch
Aufladungseffekte des Kaptons, können zwar nicht vermieden
werden, jedoch ist eine Anpassung der Gesamtgasverstärkung
durch Variation der Betriebsspannungen möglich.
Bereits Mitte 1997 wurde entschieden, die GEM-MSGC
für HERA-B als Standardlösung weiter zu verfolgen.
Der dritte Teil dieser Arbeit (Kapitel 5) beschäftigt sich mit der ``Produktion'' der Detektoren. Es wurden zum einen Fertigungsverfahren mit den dafür notwendigen Werkzeugen und Ablaufpläne erarbeitet und durchgeführt. Diese ermöglichen eine Produktionsrate von 10 Detektoren/Woche. Zum anderen wurden Testprozeduren installiert, mit denen sowohl die ``Roh''-Materialien als auch die während der einzelnen Produktionsschritte fertiggestellten Komponenten getestet werden können. Erst wenn die fertigen Detektoren langsam auf Nominalbetriebsspannungen ``konditioniert'' sind, werden die Auslesechips kontaktiert und die Detektoren auf die Tragestrukturen montiert.