Im ``Proposal'' [HER94] und im ``Design Report'' [HER95] von HERA-B werden für das Innere Spurkammersystem Gas-Mikrostreifen-Zähler ( Microstrip Gas Chamber MSGC) vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt ließen die veröffentlichten Testergebnisse (z. B. [CMS94], [RD28a], [RD28b]) die begründete Hoffnung zu, daß diese Technologie die Anforderungen bei HERA-B erfüllen kann.
Ende 1996 mußte jedoch aufgrund umfangreicher Tests und
Untersuchungen [Vis96], [Hot97],
[Bre97] festgestellt werden, daß MSGCs in ihrer
herkömmlichen Konzeption nicht für den Betrieb in
hadronischer Umgebung geeignet sind: Durch starkionisierende
Teilchen ausgelöste Überschläge auf der
Mikrostreifenstruktur führen zu einer Zerstörung der
Leiterbahnstruktur und damit zu einem sukzessiven Ausfall des
Detektors [Sch97].
Ein Einsatz der konventionellen MSGCs bei HERA-B ist somit
nicht möglich!
Diese ernüchternde Feststellung führte zu umfangreichen Überlegungen über alternative Detektortechnologien, deren Realisierung innerhalb der physikalischen, mechanischen, zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen möglich schien. Als Fazit dieser Bestandsaufnahme wurde beschlossen, für zwei mögliche Technologien ein intensives Forschungs- und Entwicklungsprogramm zu starten: für einen Detektor aus szintillierenden Fasern (siehe Kapitel 3) und für einen Gas-Mikrostreifen-Detektor mit GEM-Folie (siehe Kapitel 4 und 5).